Heute, auf den Tag genau sind 59 Tage unsere
Freiwilligendienstes vorbei. Und 59 Tage sind genau ein Viertel der insgesamt
236 Tage, die wir hier sein werden. Warum ich das alles so genau weiß?
Oscar hat irgendwann mal einen ganzen Vormittag
damit verbracht einen Kalender für unsere Zeit zu erstellen, auf dem wir jeden
Tag durchstreichen können (den sieht man übrigens in seinem Blogeintrag).
Wie verging denn die ganze Zeit so?
Also insgesamt muss ich sagen die Zeit ist total
schnell vorbei gegangen bisher. Mir war nie langweilig, es gab immer was zu tun
und ich habe wöchentlich viel mehr Erzählenswertes erlebt, als ich in dem Blog
und meinem E-Mail Verteiler hätte erzählen können.
Auf der anderen Seite fühlen sich der letzte Tag mit
meiner Freundin, der letzte Abend mit den Jungs und das letzte Mittagessen mit
der Familie auch schon so an, als seien sie Ewigkeiten her.
Was ist mein Fazit des ersten Viertels?
Ich bin angekommen... so ziemlich.
Hier im Heim fühle ich mich sehr Wohl und Zuhause. In diesem Land bin ich aber nach wie vor ein Fremder. Vermutlich wird sich das auch nicht mehr ändern.
Was ich meine ist, dass ich die Kinder hier kenne und sie mich. Wenn ich in einen Raum hineinlaufe, dann wird mir zwar Hallo gesagt, aber ich bekommen nicht mehr unbedingt gesonderte Aufmerksamkeit. An einer Schule außerhalb, in der gleichen Situation, bin ich jedoch die Sensation schlechthin. Da starrt mich dann schnell mal ein ganzes Klassenzimmer an und ich fühle mich ein bisschen komisch.
Ich bin angekommen... so ziemlich.
Hier im Heim fühle ich mich sehr Wohl und Zuhause. In diesem Land bin ich aber nach wie vor ein Fremder. Vermutlich wird sich das auch nicht mehr ändern.
Was ich meine ist, dass ich die Kinder hier kenne und sie mich. Wenn ich in einen Raum hineinlaufe, dann wird mir zwar Hallo gesagt, aber ich bekommen nicht mehr unbedingt gesonderte Aufmerksamkeit. An einer Schule außerhalb, in der gleichen Situation, bin ich jedoch die Sensation schlechthin. Da starrt mich dann schnell mal ein ganzes Klassenzimmer an und ich fühle mich ein bisschen komisch.
Vermisse ich Deutschland?
Vermissen ist ein ganz schweres Wort. Ich liege
nicht ständig im Bett und habe Heimweh, aber wenn ich dann zum 10. Mal in der
Woche meinen Reis mir orangefarbener Soße esse, dann träume ich doch von einem
Schnitzel oder einem Döner. Auch viele Menschen fehlen mir, aber nicht so, dass
ich tagsüber denke „Ohje, ich bin so alleine“, sondern dass ich mir abends
wünschte, ich könnte mit jemandem von daheim über all das quatschen, was ich am
Tag so gemacht und gesehen habe.
Was wünsche ich mir für die nächsten drei Viertel?
Für mich kann es genauso weitergehen. Auch wenn es
manchmal extrem anstrengend ist, den ganzen Tag von nervtötenden Kindern
umgeben zu sein, macht es mir total viel Spaß und irgendwie schaffe ich es mich zu arrangieren.
Wenn zum Beispiel die Kinder mich ewig lange auf Kannada ansprechen und ich keinen Plan habe, was sie mir sagen wollen, dann
äffe ich sie einfach nach. Dann haben wir zwar absolut nichts erreicht mit dem
Gespräch, aber alle lachen und das ist ja auch schön.

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