Früher oder später musste es ja dazu kommen, dass
einer von uns beiden krank wird. Nun hat es aber schon in unserem ersten Monat,
kurz nachdem wir im Projekt angekommen sind, Oscar erwischt...
Zunächst denkt man jetzt natürlich „Ohje, der arme
Oscar, geht es ihm gut?“. Da vergisst man schnell, dass es mich ja auch noch
gibt. Während Oscar also, nachdem unser Wecker um 5:55 Uhr klingelt, schön
liegen bleibt, schleppe ich mich zu Morgengebet und Yoga.
Alleine in diesen 20 min außerhalb des Zimmers werde
ich bestimmt 4-mal darauf angesprochen, wo denn Oscar sei. Bei Frühstück geht
es ähnlich weiter. Und nicht nur der Staff fragt ständig nach Oscar, sondern
auch die Kinder...
Die Antwort „He’s not feeling well“ interpretieren sie dann gerne damit, dass Oscar im Sterben liegt und ins Krankhaus muss.
Allerdings hat ermir höchstpersönlich mitgeteilt, dass es sich nur um Kopfweh
und Übelkeit handelt und er der Meinung ist, dass es reicht, wenn er sich
ausruht. Ich wirke in den Augen des Staffs jetzt so, als würde ich mir kein
Sorgen um Oscar machen und als wäre mir egal was mit ihm passiert...
Dann wollen sie erstmal selbst aufs Zimmer und
mit Oscar reden. Kein Problem... ah... halt... STOPP! Oscar will sich doch
ausruhen und schlafen und nicht geweckt werden!
Naja, abgesehen davon habe ich auch gemerkt, wie
nützlich es tatsächlich ist zu zweit zu sein. Bei jeglicher Kommunikation hilft
es einfach ungemein, wenn zwei Leute die gleiche Sache auf unterschiedliche
Weise erklären können. Außerdem verstehen 4 Ohren auch doppelt so viel wie
zwei. Und während des Nachhilfeunterrichts ergänzt man sich
gegenseitig, indem der eine etwas erklärt, während derdie nächsten Übungen vorbereitet.
Oscar ich brauche dich, bitte werde nie wieder
krank.
Achja, du schuldest mir auch noch einmal Waschen!

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