Unter Strom



In Deutschland ist es für mich klar. Es ist egal, wo ich mich gerade aufhalte, ich kann mit Strom und fließendem Wasser rechnen.
Wie das in Indien aussieht, konnte ich im Vorfeld nicht abschätzen.

Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich ein außereuropäisches Dorf betrat. Um genau zu sein, Verapandi Pirivu in Südindien. Ich war überrascht, dass es so aussah, als gäbe es zu allen Häusern eine Stromleitung.

Nach über vier Monaten kann ich recht sicher sagen, dass Verapandi Pirivu da keine Ausnahme ist. Tatsächlich habe ich in all der Zeit erst ein Haus entdeckt, in dem nicht mindestens eine Deckenlampe und eine Steckdose verbaut sind. Und das war eine Lehmhütte neben einem Feld am Ende der staubigen (nennen wirs spaßeshalber mal) Straße. Also so richtig ab vom Schuss.

Ich bin ganz ehrlich. Das hat mich überrascht. Ebenso wie die Stromausfälle. Ich muss eine gewisse Naivität meinerseits eingestehen. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, ob es Stromverbindungen gibt. Auf die Idee, wie gut durch diese der Strom käme, habe ich mir keine Gedanken gemacht.
Wenn ich Benedict richtig verstanden habe, ist es in vielen Teilen der Welt üblich, dass die Stromversorgung nicht so stabil ist, wie in Deutschland.

Ich habe auch nie zwischen Strom und Wasser aus der Leitung unterschieden. Dabei sind das zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe. Eine Stromverbindung ist schnell gelegt, eine Wasserleitung ist da schon anspruchsvoller. Ein Haus mit fließend Wasser ist keine Selten- aber doch eine Besonderheit.
Viel üblicher sind stattdessen gemeinsame Anschlüsse. Also ein Wasserhahn für zwei Familien.
Auf den Dörfern auch öfters ein zentraler Punkt, an dem sich alle Wasser holen können. Im Endeffekt ein Brunnen, nur halt in modern.

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