Mein erstes Mal




Wir sind im Bus unterwegs, auf unserem Weg, von Hassan nach Coimbatore, zum Zwischenseminar, mit allen anderen Indien-Freiwilligen der KKS. Die Busfahrt dauert insgesamt etwa neun Stunden, und mir drückt schon seit zweiStunden die Blase…
Wir sind beider Hälfte und fahren gerade in den Busbahnhof der Stadt Mysore, die auf dem Weg liegt. Hier machen wir eine längere Pause. Endlich!

Ich springe aus dem Bus und laufe über den großen Busbahnhof, auf der Suche nach einer Toilette. Ich entdecke ein Schild mit „Ladies“, laufe ein Stück weiter und sehe eines mit „Disabled“ und gehe fest davon aus, dass die nächste Tür die „Gents“-Toilette sein wird. Ich blicke nach oben auf das Schild über der Tür und lese: „Transgender“.

In meinem Leben habe ich noch nie eine Transgender Toilette gesehen und wenn mich irgendjemand gefragt hätte wo ich mir vorstellen könnte, dass ich so etwas zum ersten Mal sehe, dann hätte ich vermutlich geantwortet „Irgendwo in einem Hipster-Café in Berlin“.
Doch dann sehe ich die erste Transgender Toilette, an einem total schäbigen und alten Busbahnhof in einer indischen 800.000-Einwohner Stadt.
Zum Thema Toleranz könnte man sich in Deutschland also mal eine Scheibe von Indien abschneiden.

Glücklicherweise war dann aber die nächste Tür die Herrentoilette.


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