Ein Lerndienst ist eine Herausforderung. Er ist spannend,
aufregend. Man erlebt Neues, Unglaubliches, das einen für immer verändert wird
und es gibt immer Irgendetwas, das gerade passiert.
So oder ähnlich wird das in der Öffentlichkeit ganz
gerne vorgestellt und auch wir tragen da unseren Teil bei.
Tatsächlich erwähnt aber kaum jemand einen ganz
zentralen Teil eines jeden sogenannten Freiwilligendienstes.
Dumm rumsitzen.
Ich will nicht wissen, wie viele Stunden wir schon
damit verbracht haben, irgendwo zu sitzen, die Gedanken schweifen zu lassen,
oder auch gegen die Müdigkeit anzukämpfen.
Wir beherrschen die hiesige Sprache höchstens
bruchstückhaft. Trotzdem sind wir in zahlreichen Situationen anwesend, deren
Sinn und Zweck doch sehr auf verbaler Kommunikation beruhen, aus der wir uns
dann leider ausklingen müssen, insbesondere da öfters niemand da ist, der
Englisch spricht und uns ein wenig übersetzen kann.
Also sitzen wir da. Hören den Lehrern zu, oder einem
Redner, einer Predigt, dem Kinderparlament in irgendeinem Dorf.
Manchmal macht es sogar Spaß, anhand des
Gesprächstons und einzelner verständlicher Worte den Gesprächsinhalt zu
interpretieren.
Trotzdem ist es schade.
Wie viele Einblicke wir bekommen, wie viel mehr wir
lernen könnten, wenn wir wirklich Kannada sprächen.
Das tun wir halt leider nicht. Und deshalb sitzen
wir da, versuchen nicht ganz so abwesend zu wirken und vermeiden den Blick auf
die Uhr.
Immerhin hat man so mal Zeit zum Denken.

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