Abschiede sind eine Sache für sich. Meist geschehen sie beiläufig und bedeuten wenig. Man sieht sich ja spätestens nächste Woche wieder.
Die
Abschiede der letzten Wochen waren anders.
Tschüss
sagen für acht Monate, nicht für ein paar Tage. Das ist eine andere Hausnummer
und unglaublich interessant, weil man dadurch sehr viel über die Beziehungen
herausfindet, die man zu den Menschen hat.
Gleichzeitig
ist es unglaublich anstrengend und erzeugt absurde Situationen.
Mit einem
guten Freund stand ich Donnerstag in der Fußgängerzone. Wir wünschten uns ein
schönes Jahr. Er sagte: „Wir sind echt schlecht im Verabschieden“. Ich sagte:
„Jo“. Bums, Aus, Wir gehen nach Haus.
Anderes
Szenario: Man wartet so lange, bis der
Zug kommt und man sich nur noch hastig umarmen kann, in der unterschwelligen
Hoffnung, dass es dann nicht so schwer fällt. Hat nicht geklappt. Wir haben
dann beide für uns allein geweint.
Einigen
bedeutet so ein Abschied unglaublich viel. Und auch wenn ich es in der
Situation nicht gezeigt habe, weil ich keine Tränen am letzten Tag vor dem Flug
vertragen konnte. Es bedeutet mir sehr viel, dass es anderen viel bedeutet.
Trotzdem
muss ich den Worten einer anderen Freundin beipflichten.
Man ist ja
nicht tot. Man ist nur weg.

Stimmt: Man ist "nur" weg... aber ganz schön weit und ganz schön lang!
AntwortenLöschenSchön ist, daß andere Menschen Anteil nehmen und auch zeigen, daß man ihnen nicht egal ist. Insofern hat der eigentlich traurige Anlass auch etwas Positives!